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Harrys Welt bzw. Die Welt mit Harrys Augen

Grüzi mittenand – Einmal Matterhorn und zurück…. Part 1

Hallo zusammen,

dank einer „Panne“ bei den Europa-Spezial Preisen, konnte ich mir nach Jahrzehnten 2015 endlich einen Kindheitstraum erfüllen:

Mit dem Zug durch die Schweiz und über die Strecke des Glacier Express

Also schnell nach einem bezahlbaren Hotel in Zermatt gesucht,
der Buchungssoftware über die richtigen „Via-Bahnhöfe“ klar gemacht wo ich lang möchte…

…und gebetet, dass das Wetter mitspielt und alles klappt.

SO sah der Plan aus:
(An- und Abreise zur „Glacier-Strecke“ in blau markiert, das „Highlight“ grün)

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Bei DEN Übergangszeiten war ich SEHR skeptisch dass ich nicht irgendwo strande.
Aber seht selbst:

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Die Reise stand von der ersten Minute nicht wirklich unter einem guten Stern =(
Obwohl ich von Düsseldorf aus gebucht habe (ab Köln bzw. Neuss wollte das Programm nicht)
konnte ich den ICE erst in Köln besteigen, da die Spezialisten beim VRR meinen, dass SO früh
von Neuss Norf keiner Richtung Düsseldorf Hbf bzw. Flughafen möchte.
Auf gut Deutsch, entweder mit dem Auto nach Düsseldorf oder mit der S-Bahn nach Köln.

Geplant war 5:03h mit der S11 von Norf nach Köln zu fahren, da wäre dann ein Übergang von 8 Minuten auf meinen ICE.

Gut dass ich rechtzeitig wach und fertig war, so konnte ich schnell noch umdisponieren und die erste S-Bahn des
Tages um 4:43h nehmen, hatte die nächste vor der Abfahrt schon 10 Minuten Verspätung

In Köln hatte ich also nun genug Zeit Online nachzusehen, ob meine beiden nächsten ICE denn auch pünktlich sind und
ich in Mannheim somit meinen Anschluss kriegen würde.

Hätte ich Depp mal nachgesehen ob der Zug AB Mannheim nach Ulm denn auch pünktlich ist =(

War er natürlich nicht!

Wenn ich es gewusst hätte, wäre in Köln die Möglichkeit gewesen zu versuchen den direkten ICE nach Ulm zu nehmen und damit
sogar eine Stunde früher in Ulm zu sein.

Nun ja, so genoss ich also eine wunderschöne Fahrt im ICE den Rhein hinauf und quer durch Wiesen und Felder bis Mannheim.
In Mannheim wurde dann auch tatsächlich der ICE Richtung Ulm erreicht.

Bis Stuttgart hatte ich dann ja noch die Hoffnung, dass durch die Wende ein wenig Zeit gut gemacht wird und ich in Ulm meinen
Zug doch noch bekomme.

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, bei mir in dem Augenblick als wir Stuttgart mit +20 verließen =)

Also hiess es für mich ab Ulm eine Stunde später unterwegs sein.

Nun durfte aber nichts mehr viel schief gehen, da nur noch eine weitere Stunde Verzögerung unkritisch gewesen wäre,
sonst hätte ich Zermatt nicht mehr erreicht =(.

In Ulm hatte ich dann erstmalig die Chance auf ein paar Fotos.
Auf dem Gleis nebenan dieselte eine 612er Garnitur nach Oberstdorf vor sich hin:

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Für mich ging es dann pünktlich weiter nach Lindau, wo ich bei 4 Minuten Übergangszeit
schon ein wenig nervös war.
Aber hier hat alles geklappt, quasi Nahtlos ging es nach Österreich, wo es in Bregenz
erneut galt umzusteigen.

Nach der kurzen Durchquerung des Landes von Apfelstrudel und Mozart ging es mit der
S-Bahn nun endlich in die Schweiz, nach St. Margrethen:

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Hier hatte ich endlich Zeit ein paar Bilder zu machen.
(Bilder aus dem Zug waren bis dahin eher suboptimal wegen der Spiegelungen in den Scheiben)

Am anderen Gleis steht abfahrbereit die S3 der SBB nach Herisau:

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Während „meine“ ÖBB S3 schon die Fahrtrichtung gewechselt hat um nach Bregenz zurück zu fahren.

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Woran merkt man, dass man in der Schweiz ist?
Verspätungen werden auch auf Faltblattanzeigern minutengenau angezeit:

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Auf dem Abstellgleis sonnte sich diese etwas betagtere Dame:

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Nun wurde es Zeit den letzten Normalspurzug des Tages zu besteigen:

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In Chur hiess es nämlich: Ab auf die Schmalspur Richtung Disentis Mustér:

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Im Bahnhofsvorfeld warteten neben einem Güterzug

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auch diverse Wagen auf ihren nächsten Einsatz:

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Nachdem es erst durch Wiesen ging, kam das erste Highlight des Tages.

Das Obere Rheintal:

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Während sich die ersten Berge so langsam erheben

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rauscht im Tal der Rhein mit türkis-blauem Wasser vorbei:

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Mit jedem liebevoll gepflegten Zwischenbahnhof

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geht es immer weiter bergauf

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mit weiteren Halten

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Bis Disentis erreicht wird.

Den Streckenabschnitt von Chur nach Disentis bedient die Rhätische Bahn.

In Disentis wartet dann der Anschluss der Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGB)

Schlagartig war der Ärger über die Stunde Verspätung verflogen, hatte ich
dadurch die Möglichkeit 10 SFR Zuschlag zu zahlen:

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Um in der Holzklasse zu sitzen!
Die Sitze waren rustikaler, ABER, die Aussicht GRANDIOS!!!
Keine Wände, keine Fenster, (auch wenn es abgedroschen klingt!)
Eisenbahnromantik PUR:

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Bergidylle wohin das Auge schaut:

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Immer enger werden die Kurven, immer öfter bremst der Zug und man
hört das „klack klack klack“ wenn das Zahnrad der Lok in die Zahnstange einfädelt:

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Dann wird es dunkel und angenehm kühl.
Das letzte Stück der Strecke hinauf auf den Oberalppass geht es 15 Minuten lang
steil hinauf durch den Tunnel.

Oben in 2.800m Höhe bietet sich ein traumhafter Blick auf einen Bergsee:

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Während auf dem anderen Gleis der Gegenzug die Fahrgäste eingesammelt hat und
gen Tal „eilt“ :

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Die Lok macht für den ein paar Tage später stattfindenden Marathon Werbung:

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Während der Zug am ewigen Eis vorbei fährt:

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Natürlich dürfen Schweizer Käseproduzenten nicht fehlen:

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Dann beginnt auch schon der Abstieg Richtung Andermatt.
In mehreren Kehren und Tunneln schraubt sich der Zug den Berg hinab:

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Wie aus der Modellbahn:

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Nachdem Andermatt mal rechts, mal links und dann wieder rechts lag,
biegt der Zug auf die Zielgrade ein und erreicht in Kürze Andermatt:

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Hier die in diesem Zug eingesetzten „Saisonwagen“

Die offene Holzklasse:

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Der geschlossene historische Wagen:

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Der Zug nach Göschenen auf dem Nebengleis

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versperrt den Weg zu Gleis 4, welches man nur über das Gleisbett von Gleis 3 erreicht.

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Alles aber kein Problem, in der Schweiz geht es ja gemütlich zu und so habe ich auch diesen Anschlusszug
zur vorletzten Etappe des Tages gut erreicht.

Auf der Fahrt nach Brig und weiter nach Visp geht es zwischen Oberalp und Realp bald durch den
Furka-Basis Tunnel.
Dieser Tunnel hat zwar „nur“ 15km – aber bei einer geschätzten Geschwindigkeit von unter 50km/h
haben wir gut 25 Minuten in diesem Tunnel verbracht.

In Visp blieb genug Zeit den Zug aus Andermatt noch einmal abzulichten:

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Während auf dem Gegengleis sich langsam die Enttäuschung näherte, der Zug nach Zermatt.

Hatte dieser Zug doch leider moderne Wagen ohne Fenster zum öffnen, so dass auch hier Fotos
sinnlos waren wegen der Spiegelungen in den Scheiben:

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Blieb also nur die Hoffnung, dass bei der Rückfahrt ein alter Zug im Umlauf ist
und das Wetter auch entsprechend bleibt.

Gegen 21.20h wurde dann endlich Zermatt erreicht.
Dank der guten Kooperation des Hotels konnte ich sogar in meinem Zimmer übernachten.
Die Rezeption war nämlich ab 21 Uhr nicht besetzt, aber man hatte mir telefonisch mitgeteilt
wo ich den Schlüssel finde.

Hier nun ein kleiner Ausblick auf den 2. Teil.

Das historische Zermatt:

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Die Tobleronewerbung in 1:1 ääh das Matterhorn 😀

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  1. Melanie Patten

    Wow, wunderschöne Aufnahmen, super Bericht. Scheinst ja einen wunderbaren Urlaub gehabt zu haben. Ich gönn‘ es dir, hast es verdient.

  2. Nils Cibula

    Ich dachte immer Berge seien nicht so meins, aber diese Bilder machen Lust sich das mal live anzusehen.

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